Zum Inhalt springen

Hundezaun beim Camping: Größe, Höhe und was der Platz erlaubt

Aktualisiert am · 7 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

Ein mobiler Hundezaun macht aus dem Stellplatz einen Auslauf. Als Maßstab taugen die Mindestmaße, die in Deutschland für Zwinger gelten: 6 bis 10 m² je nach Schulterhöhe, keine Seite kürzer als 2 m, und so hoch, dass der Hund aufgerichtet die Oberkante nicht erreicht. Ob du einen Zaun aufstellen darfst, regelt die Platzordnung. Frag also vor der Anreise.

Warum ein Zaun und nicht die Leine?

An der Leine bleibt der Hund an einem Punkt. Er kann dem Schatten nicht folgen, verheddert sich in Stuhlbeinen und Abspannleinen und kann einem fremden Hund nicht ausweichen. In einem eingezäunten Bereich bewegt er sich frei, legt sich hin, wo es ihm passt, und du musst nicht ständig entwirren.

Ein Zaun ersetzt aber keine Aufsicht. Lass den Hund nicht allein auf dem Stellplatz, auch nicht im Zaun. Viele Platzordnungen verbieten das ausdrücklich.

Darf ich auf dem Campingplatz einen Hundezaun aufstellen?

Das entscheidet jeder Platz selbst. Ein paar Varianten begegnen dir oft:

  • Zaun erlaubt: Du darfst einen mitgebrachten Zaun auf deiner Parzelle aufbauen.
  • Eingezäunte Stellplätze: Manche Plätze bieten Parzellen mit festem Zaun an, meist gegen Aufpreis und mit begrenzter Zahl. Früh buchen lohnt sich.
  • Zaun zum Mieten: Einige Plätze verleihen mobile Zäune vor Ort.
  • Kein Zaun: Auf manchen Plätzen gilt überall Leinenpflicht, auch auf der eigenen Parzelle.

Frag bei der Buchung zwei Dinge: Darf ich einen Zaun aufstellen? Und darf der Hund innerhalb des Zauns ohne Leine sein? Das ist nicht dasselbe, und nicht jeder Platz erlaubt beides.

Wie groß muss der Zaun sein?

Für ein paar Tage Camping gibt es keine Vorschrift. Den besten Anhaltspunkt liefert § 6 der Tierschutz-Hundeverordnung, der die Mindestgröße von Zwingern regelt:

Schulterhöhe Mindestfläche Zaunlänge bei quadratischer Fläche
bis 50 cm 6 m² rund 9,8 m
über 50 bis 65 cm 8 m² rund 11,3 m
über 65 cm 10 m² rund 12,6 m

Dazu kommen zwei Regeln für die Form: Keine Seite darf kürzer als 2 m sein und keine kürzer als die doppelte Körperlänge des Hundes. Für jeden weiteren Hund rechnet die Verordnung die Hälfte der Grundfläche dazu. Zwei Hunde mit je 55 cm Schulterhöhe brauchen also 12 m².

Den genauen Wert für deinen Hund rechnet der Zaun-Rechner aus, inklusive Zaunlänge und Zahl der Heringe.

Wie hoch muss der Zaun sein?

Die Verordnung formuliert es einfach: Der aufgerichtete Hund darf die Oberkante mit den Vorderpfoten nicht erreichen. Das lässt sich messen. Lock deinen Hund mit einem Leckerli an einer Wand hoch und markiere, wo die Pfoten ankommen. Auf diesen Wert schlägst du 10 cm auf.

Für Hunde, die springen, reicht das nicht. Ein sportlicher Hund mittlerer Größe überwindet aus dem Stand oft mehr als einen Meter. Hier hilft nur Training: erst zu Hause üben, dass der Zaun die Grenze ist, und auf dem Platz anfangs nur unter Aufsicht.

Welche Zaunarten gibt es?

Art Stärken Schwächen
Gitterelemente aus Metall (Welpenauslauf) stabil, schnell gesteckt, auch für kräftige Hunde schwer, großes Packmaß, kann klappern
Stoff- oder Netzzaun mit Stangen leicht, kleines Packmaß, oft blickdicht weniger stabil, Kauer und Kratzer machen ihn kaputt
Weidenetz ohne Strom lang, leicht, günstig wenig stabil, Hund kann sich verfangen, braucht viele Heringe

Strom führende Zäune gehören nicht auf den Campingplatz. Für Zwinger verbietet die Tierschutz-Hundeverordnung sie in der Höhe, die der Hund erreicht, und fremde Kinder oder Hunde können ebenfalls hineinlaufen.

So steht der Zaun sicher

  1. Boden prüfen. Auf Sand und lockerem Boden brauchst du längere Heringe oder Sandheringe. Auf hartem Boden helfen Felsnägel.
  2. Heringe schräg setzen, im Winkel von etwa 45 Grad vom Zaun weg. So halten sie unter Zug besser.
  3. Schatten einplanen. Stell den Zaun so, dass ein Teil der Fläche auch am Nachmittag im Schatten liegt. Wasser gehört immer in den Zaun.
  4. Lücken schließen. Lehnst du eine Seite an Auto oder Wohnwagen, bleibt darunter ein Spalt. Da passen die meisten Hunde durch. Eine Plane, ein Brett oder ein Stück Zaun schließt ihn.
  5. Eingang im Blick. Die Tür oder Öffnung sollte dort sein, wo du sitzt, nicht hinter dem Zelt.
  6. Nach Wind und Regen nachsehen. Heringe lockern sich in nassem Boden.

Vor der ersten Reise üben

Bau den Zaun zu Hause im Garten oder im Park auf und lass deinen Hund ein paar Mal darin entspannen, mit Decke, Napf und Kauartikel. Ein Hund, der den Zaun als seinen Platz kennt, bleibt auf dem Campingplatz eher ruhig drin.

Häufige Fragen

Wie groß sollte ein Hundezaun beim Camping sein?

Als Richtwert gelten die Zwinger-Mindestmaße der Tierschutz-Hundeverordnung: 6 m² bis 50 cm Schulterhöhe, 8 m² über 50 bis 65 cm, 10 m² über 65 cm. Für jeden weiteren Hund kommt die Hälfte dazu, keine Seite sollte kürzer als 2 m sein.

Wie hoch muss ein Hundezaun sein?

So hoch, dass dein Hund aufgerichtet die Oberkante mit den Vorderpfoten nicht erreicht, plus etwa 10 cm. Miss dafür, wo die Pfoten ankommen, wenn er an einer Wand hochsteht. Hunde, die springen, brauchen mehr Höhe und Training.

Darf mein Hund im Zaun ohne Leine sein?

Das hängt von der Platzordnung ab. Manche Campingplätze erlauben einen Zaun, verlangen aber trotzdem Leinenpflicht auf der ganzen Anlage. Frag vor der Anreise nach.

Kann ich meinen Hund im Zaun allein lassen?

Nein. Ein mobiler Zaun ist kein Zwinger. Hunde können ihn umdrücken, überspringen oder sich darin verfangen, und viele Campingplätze verbieten es, Hunde unbeaufsichtigt zu lassen.

Quellen

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche oder rechtliche Beratung. Fehler gefunden? Schreib uns an info@zeltwolf.de.

Neue Ratgeber per Mail

Dazu eine Nachricht, wenn unser Zaun fertig ist. Höchstens zweimal im Monat.

Weiterlesen